Das Gutachten

Hier stellen wir die 4 Varianten aus dem Gutachten des Ingenieurbüros Weiland vor. Wer sich darüber hinaus das gesamte Gutachten ansehen möchte, kann es sich hier über die Webseite der Gemeinde Schorfheide herunterladen.

Darüber hinaus wird seit dem Zeitungsinterview mit Olaf Pieper in der MOZ vom 16.03.2017 eine 5. Variante diskutiert, auf die wir kurz eingehen möchten.

Variante 1: Reine Instantsetzung

Bei den reinen Instandsetzungsarbeiten werden die vorhandenen unbefestigten Seitenbereiche durch eine Bankette aus Natursteinschotter mit Rasenansaat in einer Breite von einem Meter ersetzt.

Die teilweise vorhandenen Unebenheiten der Fahrbahn werden durch Aufnahme und Neuverlegung des Pflasters beseitigt. Die Pflasterschäden in den Randbereichen werden durch das Neusetzen der Steine und des Deckenschlusses mit Asphalt im notwendigen Maße dem Bestand der Oberfläche wieder neu angepasst. Bei der Maßnahme wird der Bestand von 1900 bzw. der Asphaltüberzug von 1970 wiederhergestellt.

variante_instantsetzung

Dies ist die Variante, für die wir als Bürgerinitiative eintreten:

  • Erhalt des besonderen Ortsbilds von Klandorf
  • Sicherheit für alle Nutzer der Straße durch natürliche Geschwindigkeitsbegrenzung
  • Keine zusätzlichen Kosten für die Anwohner
  • Gutmütigkeit der Straße vor dem Hintergrund der chronischen Unterfinanzierung des Gemeindehaushalts für Straßenpflege

Variante 2: Instantsetzung + Ausweichstellen

Bei dieser Variante werden Ausweichstellen eingerichtet damit sich PKWs und LKWs ausweichen können.

Die Lage und Anzahl der Begegnungsbereiche sind entsprechend der Verkehrsbelastung anzuordnen. Dies wurde im vorderen Bereich zwischen dem Ortseingang und der Kirche mit 4 Stellen und im hinteren Bereich von der Kirche bis zum Ortsende mit 2 Stellen berücksichtigt. Baulich sind diese Ausweichstellen mit einer Länge von mindestens 25 m zuzüglich eines Einfahrts- und Ausfahrtskeiles zu errichten.

Ein Problem der Ausweichstellen ist, dass die Verkehrsteilnehmer diese auch nutzen sollten. Aus den Erfahrungen heraus erfolgt dies in seltenen Fällen, wenn der Fahrzeugführer hierzu nicht gezwungen wird. Um ein Befahren der Seitenräume zu verhindern, kann eine Neupflanzung von kleinen Hecken parallel zum Fahrbahnrand berücksichtigt werden. Alternativ kann dies auch durch eine Polleranlage erfolgen, die sich jedoch gestalterisch schwer in das Dorfbild integrieren lässt.

variante_instantsetzung_ausweichstellen

Diese Variante lehnen wir ab weil wir es für unrealistisch halten, dass die Fahrzeuge sich gerade an den Stellen begegnen, wo die Ausweichstellen sind und an ihnen den Gegenverkehr abwarten. Um dies zu gewährleisten, müssen zusätzliche Maßnahmen wie z.B. Hecken oder Poller ergriffen werden.

Die Ausweichstellen und die Einrahmung der Fahrbahn mit Hecken oder Pollern verschandeln unser Dorfbild.

Und es ist unnötig, da ein Ausweichen auf den Grünstreifen jetzt schon möglich ist und nach der Reparatur der Seitenränder der Straße und der Angleichung des Bodens an die Straßenhöhe, was eine Maßnahme der Entwässerungsarbeiten sein wird, einfacher wird.

Außerdem spricht dagegen:

  • Das Ortsbild von Klandorf wird unwiederbringlich zerstört
  • Vor dem Hintergrund der chronischen Unterfinanzierung des Gemeindehaushalts ist nicht klar, welche Schäden und in welcher Höhe nach erneutem jahrelangen Nicht-Handeln entstehen

Variante 3: Fahrbahnverbreiterung

Bei dieser Variante wird die Dorfstraße beidseitig um jeweils 0,50 Meter mit Feldstein/Natursteinpflaster oder Betonstein verbreitert.

Die Breite der Dorfstraße orientiert sich damit an der Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen (RASt 06), die eine Fahrbahnbreite zwischen 5,50 Meter und 7,50 Meter vorsieht.

Das Gutachten empfiehlt jedoch eine Breite von 5,00 Meter weil in Klandorf das Verkehrsaufkommen gering ist und weil eine größere Fahrbahnbreite auch höhere Geschwindigkeiten nach sich zieht.

variante_fahrbahnverbeiterung

Diese Variante lehnen wir ab weil:

  • Das besondere Ortsbild von Klandorf unwiederbringlich zerstört wird
  • Sich durch die verbreiterte Fahrbahn die Geschwindigkeit der Fahrzeuge erhöht und die Unfallgefahr erhöht
  • Vor dem Hintergrund der chronischen Unterfinanzierung des Gemeindehaushalts nicht klar ist, welche Schäden und in welcher Höhe nach erneutem jahrelangen Nicht-Handeln entstehen

Variante 4: Hocheinbau

Technische Grundlage für den Deckenaufbau ist die Richtlinie für den standardisierten
Oberbau (RSTO 12). Das Prinzip des Hocheinbaues besteht darin, dass die vorhandene
Fahrbahn erhalten und bautechnisch mit genutzt wird. Dazu sind mehrere Rahmenbedingungen einzuhalten, die durch das Bodengutachten bestätigt wurden.

Das Gutachten ist für den jetzigen Zweck vollkommend ausreichend. Jedoch ist das Punktfeld der Untersuchung im Zuge weiterer Planungen zu verdichten. Bautechnisch erfolgt eine Verbreiterung der vorhandenen Fahrbahn um je 0,50 m auf 5,00 m.

Als Oberflächenmaterial kann Feldsteinpflaster/Natursteinpflaster oder Betonsteinpflaster gewählt werden. Die vorhandene Fahrbahn wird mit Asphalt in einer Stärke von 6/8 cm zuzüglich Profilausgleich als Asphalttragschicht als Lastabtragschicht eingebaut.

Nachfolgend wird eine Asphaltdeckschicht von 4 cm Stärke als Deckenschluss/Verschleißschicht eingebaut. Der Deckenaufbau entspricht der Belastungsklasse 1,0 und der RSTO 12. Die technischen Regelwerke sehen als Hocheinbauvariante nur Material Asphalt vor. Alternativen bestehen hierzu nicht.

Die Verbreiterung erfolgt auch auf der Grundlage der RSTO, hier jedoch als Tiefeinbau/Neubau und ist in der Oberflächengestaltung variabel.

variante_hocheinbau

Diese Variante lehnen wir ab. Die Argumente gegen Variante 3 gelten auch hier – allerdings sogar in verschärfter Form da der Fahrbahnüberzug noch glatter und neuer wird.

Weiteres Argumente gegen de Hocheinbau:

Die gesamte Straße wird „höhergelegt“. Aufgebracht werden: Profilausgleich (Höhe wird nicht genannt) + Asphalttragschicht (6-8 cm) + Deckenaufbau (4 cm) = 10-12 cm zzgl. Profilausgleich.

Da unsere Straße sehr holprig ist und in dieser Variante eine glatte und einheitliche Oberfläche erreicht werden soll, rechnen wir mit einer Höherlegung der Dorfstraße von ca. 20 cm.

Das Dorfbild wird damit unwiederbringlich zerstört.

Variante 5: Himmelpfortmodell

Diese Variante sieht zwar netter aus als der reine Hocheinbau.
Wir lehnen diese Variante jedoch ebenso  ab.

Bei dieser Variante kommt hinzu: Jeder Fahrradfahrer, Fußgänger (mit oder ohne Kinderwagen/Rollator etc.) fühlt sich beim Entgegenkommen eines Fahrzeugs dazu gedrängt auf das sich links und rechts der glatten Fahrbahn befindliche holprige Kopfsteinpflaster auszuweichen. Das ist der Grund warum z.B.  auch Fahrradverbände mit diesem Straßentyp auf „Kriegsfuß“ stehen.

Kostenvergleich

Für die Varianten 1-4 werden im Gutachten die Kosten ausgewiesen, die wir hier nocheinmal einander gegenüber gestellt haben.

Für Variante 5, Modell „Himmelpfort“, fehlen uns leider Angaben zu den Kosten.

Kostenvergleich

 

 

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