Kaum jemand im Dorf kann sich an den letzten Unfall erinnern – denn er ist wirklich schon sehr lange her und es handelte sich wohl um ein großes persönliches Missgeschick. Das liegt daran, dass die Dorfstraße heute natürlicherweise „entschleunigt“ ist durch die schmale Fahrbahn, die holprige Oberfläche und dem geringen Verkehr.
Begegnungen führen heute immer dazu, dass man miteinander in Kontakt tritt und klären muss, wer wem ausweicht (Bsp. Autos und Fußgänger, Autos und Bus, Autos untereinander).
Außerdem gibt es wenig Verkehr, weil die Dorfstraße keine überörtliche Bedeutung hat.
Der geringe und langsame Verkehr ermöglicht eine vielfältige und gleichzeitige Nutzung der Straße durch spielende Kinder, Fahrradfahrer und Fußgänger.
Es ist wissenschaftlich nachgewiesen:
- Jegliche Form der Instandsetzung einer Straße, die mit einer Verbreiterung und einer Glättung der Oberfläche einhergeht, führt zu einer Erhöhung der Geschwindigkeit und damit zu Sicherheitsrisiken
- Je höher die Geschwindigkeit der beteiligten Fahrzeuge, desto häufiger kommt es zu Unfällen und desto schwerwiegender sind die möglichen Verletzungen
Dies wird auch nicht durch die Einführung einer Tempo-30-Zone abgemildert, denn (auch das ist wissenschaftlich belegt) die Einhaltung von Geschwindigkeits-begrenzungen steht in Wechselwirkung mit anderen Faktoren wie Fahrbahnbreite, Fahrbahnoberfläche und Verkehrsdichte:
- Je breiter die Fahrbahn, je glatter die Oberfläche und je geringer der Verkehr, desto schneller fahren die Autos.
- Zur Durchsetzung von Tempo-30-Zonen führt man vielfach Schwellen in der Fahrbahn oder Verengungen und Pflanzenkübel ein. Diese machen das Dorf jedoch nicht schöner.
- Bereits heute halten sich einige nicht an die vorgegebene Tempo-30-Zone, es ist daher damit zu rechnen, dass bei einem Hocheinbau der Anteil der Geschwindigkeitsüberschreitungen und damit die Gefahr von Unfällen steigen wird.
Unsere Kinder sollen auch in Zukunft gefahrlos auf der Dorfstraße spielen können!